Wer einen Fluss überquert, muss die eine Seite verlassen.

Mahatma Gandhi

Trauerbegleitung

Eine Klientin beschreibt in einem Bericht, dass für sie der Abschied von der Mutter bereits mit der gestellten Diagnose begann. Trauerbegleitung hat ihr schon vor dem Tod der Mutter sehr geholfen. Sie konnte die noch verbleibende gemeinsame Zeit intensiver gestalten und die der Mutter noch mögliche Lebensqualität dadurch steigern.

 

Erfahrungsbericht

Im Frühjahr 2005 erhielt meine Mutter die Diagnose, an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS erkrankt zu sein. Für mich war es weniger ein Problem, meine kranke Mutter zu pflegen, also zu waschen, zur Toilette zu bringen oder ihr das Essen zu reichen. Vielmehr hatte ich ein Problem mit meinem "Kopf" bzw. meiner Seele.

So kam ich zu Christine Warnke nach Hamburg.

Die wöchentlichen Gespräche und vor allem ihre einfühlsame Art, halfen mir bald, mit der Lage deutlich besser umzugehen. Schnell fand ich zu meiner Fröhlichkeit zurück. Nicht, dass die Traurigkeit über die Situation und die Anteilnahme am Schicksal meiner Mutter gesunken wäre, Frau Warnke zeigte mir Wege auf, der Anteilnahme Raum zu geben und trotzdem nicht darin zu versinken. 

Im Gespräch/Dialog mit ihr wurden und werden auch immer wieder andere Themen wie z.B. mein Berufsleben aufgegriffen. So umfasste bzw. umfasst die Beratung nicht nur die Themen Sterben und Trauer, sondern ist aus meiner Sicht als ganzheitliche Betrachtung anzusehen. Denn natürlich wirkte sich meine Anteilnahme und Trauer in allen Bereichen und Beziehungen meines Lebens aus. 

Auch mit praktischen Tipps wie z.B. dem Anspruch auf Kurzzeitpflege oder die Hilfe bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung stand Frau Warnke meiner Mutter, meiner Familie und mir beratend zur Seite. 

Nach dem Tod meiner Mutter steht die Trauerbegleitung im Vordergrund. Ich habe jedoch schon jetzt festgestellt, dass mir unsere Gespräche einen "Vorsprung" gegenüber meiner restlichen Familie verschafft haben. Ich bin bereits weiter in der Trauerarbeit als mein Vater und mein Bruder. Sie profitieren auch von meinen Gesprächen, da ich die Prozesse, die die beiden gerade durchleben, teilweise schon vor einem Jahr durchlaufen habe. 

Wichtig ist mir nach dem Tod meiner Mutter, dass ich die Trauer über den Verlust zulasse und vor allem das Zulassen auch aushalten kann. Dabei bekomme ich in unseren Gesprächen immer wieder Hilfestellungen. 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich durch die angenehme und offene Atmosphäre unserer wöchentlichen Gespräche so ungemein viel über mich, über meine Familie und mein sonstiges Umfeld erfuhr. Dadurch habe ich es jetzt um einiges leichter und bin natürlich um sehr viele Erfahrungen reicher, die ich sonst nie gemacht hätte.